Wir waren gestern auf dem 2.CSD in Biberach! 🎉 Mit uns waren circa 300-400 Menschen auf der Straße.
CSD außerhalb von Großstädten werden oft nur von wenigen Personen getragen. Die Orga @csd_biberach hat das gestern transparent gemacht und aufgerufen bei ihnen mitzumachen. Folgt ihnen gerne rein und wenn ihr aus der Gegend kommt, meldet euch doch einfach mal bei der Orga! (CSD Biberach auf Instagram)
Auf unseren Social Media Kanälen findet ihr ab sofort auch einen kleinen Video Rückblick.
In der Nacht vom 20 auf den 21. Juni wurde in Göttingen ein Antifaschist von einem jungen Neonazi mit einem Messer schwerverletzt. Der Angegriffene lag mehrere Tage im Koma, eine Arterie wurde zerissen und die Lunge getroffen. Mittlerweile ist er wach und laut Presseberichten aus der akuten Lebensgefahr raus.
Letztes Wochenende haben sich Antifaschist*innen in Ulm getroffen, um ein kleines Zeichen der Solidarität nach Göttingen zu senden – viel Liebe und Kraft an den Angegriffenen, seine Familie und sein Umfeld!
Zum weiterlesen:
Bundesweit gibt es Solidaritätsbekundungen, mehrere Demonstrationen und Kundgebungen in Göttingen und anderen Städten – aber auch Debatten über Instrumentalisierung der Tat:
“Wir sind Menschen aus dem direkten Umfeld des Angegriffenen. Wir sind überwältigt von der großen Anteilnahme, den solidarischen Nachrichten, Fotos & Videos, die uns erreichen. Auch über die ganzen Demos und Spontis freuen wir uns sehr. Uns ist dabei wichtig, dass Partei-, Organisations- und Nationalfahnen zu Hause bleiben oder durch Antifa-Fahnen ersetzt werden.
Wir bitten euch die Demos nicht für eure eigenen Anliegen zu instrumentalisieren, sondern euch solidarisch zu zeigen und unser aller Wut und Trauer auf die Straße zu bringen. Bei der Demo am Montag in Göttingen waren einige Angehörige und Freund:innen erschüttert über die sichtbare Vereinnahmung durch Fahnen, Redebeiträge und gerufene Parolen. Einige von uns sind wieder nach Hause gegangen, weil sie das Bild der Demo nicht ausgehalten haben. Das fühlt sich für uns nicht nach Unterstützung an.
Bei allen anderen wollen wir uns nochmal für eure Unterstützung bedanken. Das alles gibt uns Kraft weiter zu machen und durchzuhalten.”
Queeren Schutz selbst in die Hand nehmen! Queers in die Antifa!
Der Rechtsruck ist auf dem Vormarsch. Antifeminismus und Queerfeindlichkeit sind zentrale und verbindende Elemente aller rechten Weltbilder: vom CDU-Stammtisch bis hin zu Neonazis. Gleichzeitig gibt es deutschlandweit so viele CSDs wie noch nie. Was heute in Ulm passiert, wäre noch vor 20 Jahren unvorstellbar gewesen.
Spätestens seit Sommer 2024 sind CSDs deutschlandweit im Fokus von allen möglichen Rechten. Die Bilder aus Bautzen gingen um die Welt. Das passiert auch in Baden-Württemberg: Neonazi-Demos in Albstadt 2024 sowie in Pforzheim 2025 und vor einer Woche. CSDs werden von Rechten, allen voran der AfD als parlementarischem Arm, zum Austragungsort eines Kulturkampfes gemacht.
Das sehen wir auch lokal: 2024 verteilte Nicolas Brickenstein (Aktivist der neofaschistischen Identitären Bewegung und AfD-Gemeinderat in Ulm) ekelhafte trans- und queerfeindliche Flyer. Auf diesen unterstellte er allen queeren Menschen grundsätzlich psychische Erkrankungen und stellte Familien und Kinder als durch queere Menschen gefährdet dar. 2025 gab es zwei AfD-Infostände, einen davon direkt an der Route des CSDs. Egal ob Franz Schmid (AfD Neu-Ulm) oder Daniel Rottmann (AfD Ulm/ADK) – sie alle hetzen seit Jahren gegen queere Menschen.
Gleichzeitig werden CSDs immer mehr zu kommerzialisierten Party-Paraden, die zwar sichtbarer sind, aber mit jedem Sponsoring weniger Raum für politische Kämpfe und queere Selbstbestimmung lassen. Das passiert auch in Ulm: Reden von einer CSU-Oberbürgermeisterin, Sponsoring von Pharmakonzernen und Clubs, Stände von milliardenschweren Unternehmen und zum zweiten Mal auch von der Polizei. Sie alle haben mit tatsächlicher queerer Selbstbestimmung nichts zu tun – Sie wollen rekrutieren, verkaufen oder sich selbst darstellen. Es wird sich mit Queerness geschmückt, aber nur solange sie hip ist und keine ernsthaften Änderungen bewirkt.
Damit verliert der CSD Stück für Stück seine Identität. Stonewall war ein Aufstand gegen die Polizei und ihre Repression. Auch in Ulm ist es noch gar nicht so lange her, dass es einen Aufschrei gab, als die „rosigen Zeiten“ einen von Schwulen und Lesben mitgestalteten Gottesdienst im Münster angekündigt haben. Das war 1995. Einer der wenigen unaufgeklärten Morde ist der von 1991 an Rafael Blumenstock – damals wie heute sagen wir und Rafaels Freund*innen: Getötet weil anders.
Deswegen ist unsere Position heute: selbstverständlich stehen wir solidarisch neben dem CSD Ulm. Gleichzeitig wollen wir nicht stumm bleiben gegenüber Entwicklungen, die den politischen Kern verwässern. Gerade in einer Zeit, in der die Gefahr von Rechts stetig steigt. Machen wir uns nichts vor – wenn jemals die AfD regiert, wird auch die Polizei mit uns anders umgehen. Gerade deswegen, muss uns klar sein, dass Stonewall keine gesicherte historische Erfahrung ist, die uns bis heute schützt. Gesellschaftliche Errungenschaften sind nicht in Stein gemeißelt, sie können mit staatlicher Gewalt zurückgedreht werden.
Lasst uns daher nicht nur für Sichtbarkeit beim CSD auf die Straße gehen, sondern jeden Tag für das gute Leben für uns Alle kämpfen – denn es geht ums Ganze.
Queers in die Antifa! Be gay, do crime, get organized!
Zückt die Kalender, die Antifa-Ulm-Terminübersicht ist da!🗓️☀️ Der Juni ist schon so voll, dass wir kein OAT machen – checkt stattdessen die anderen Treffen und Vorträge ab!
Wir raten schon mal sich den 20.06 für den CSD Ulm freizuhalten, mehr Infos coming soon 👀
Alle Infos zu den Widersetzen Ulm Terminen findet ihr auf deren Instagram Account. Tickets und Anfragen sind auch per Mail möglich an: widersetzen_ulm(at)systemli.org
Mehr Infos zu den auswärtigen Terminen
06.06. AfD BaWü Landesparteitag in Heidenheim
Nach Heidenheim gibt es am 06.06. eine Anreise von Widersetzen Ulm, schließt euch gerne dieser an! Treffpunkt ist um 06:45 am Subway nahe dem HBF Ulm.
In Heidenheim sind mehrere Demos und Kundgebung angemeldet:
08:00 antifaschistische Demonstration, Start am Bahnhof Heidenheim
10:00 familienfreundliche Demonstration, Start am Bahnhof Heidenheim
ab 11:55 eine “Fünf-vor-Zwölf” Kundgebung am Hugo-Rupf-Platz in unmittelbarer Nähe zum Congress Centrum, wo der Landesparteitag stattfindet
Mehr Infos findet ihr beim Bündnis gegen Rechts Heidenheim und der Antifa Heidenheim
13.06. CSD Pforzheim + Neonazi Kundgebung
In Pforzheim kündigen sich Nazis an – Das wird offenbar die erste klassische Neonazi Demo in BW dieses Jahr.
Mehr Infos findet ihr beim Queer Space Pforzheim oder dem OAT Pforzheim.
Es ist davon auszugehen, dass eine ähnliche Truppe wie letztes Jahr am 14.06.2025 auftauchen wird. Damals hatte Dino Carpione um die 100 Nazis aus ganz Deutschland nach Pforzheim gekarrt. Dem gegenüber standen mehrere hundert Antifa*s und circa 1.500 CSD Beuscher*innen. Die Nazi Demo wurde wiederholt gestört, es gab mehrere Blockade Versuche. Infos zu den Nazis wurden danach auf Indymedia veröffentlicht (hier und hier)
14.06. Donzdorf – Gründung der AfD BaWü Jugend / Generation Deutschland Baden Württemberg
In Donzdorf gründet sich der AfD Nachwuchs mit reichlich Verspätung, zwei Gegenproteste sind angekündigt. Infos findet ihr u.a. beim OST Filstal oder dem Kreis Göppingen Nazifrei.
Angekündigte Proteste in Donzdorf:
09:00 AfD Jugend Stoppen vor der Stadthalle Donzdorf
11:00 “Demokratie verteidigen jetzt” am Westplatz vor dem Schloss Donzdorf
Das Thema Wehrplicht und Kriegsdienstverweigerung sind durch das Wehrdienstmodernisierungsgesetz erneut Thema im politischen Diskurs.
Dabei stellen sich verschiedenste Fragen:
Was ist das Wehrdienstmodernisierungsgesetz überhaupt?
Wen betrifft das Thema?
Wie kann ich verweigern oder einem Kriegsdienst entkommen?
Zusammen mit dem DFG-VK schauen wir uns die aktuelle Gesetzeslage an und klären die Fragen rund um die Kriegsdienstverweigerung.
Spoiler: Das Modernisierungsgesetz betrifft die gesammte Bevölkerung, der Abend lohnt sich also auch für nicht junge Person.
Im Anschluss gibt es dann noch einen moderierten Austausch mit Joachim Schraivogel, einem Kriegsdienstverweigerer aus Ulm, der von der BRD angeklagt wurde, sowie mit einer Vertretung von Schulstreik gegen die Wehrpflicht.
Danach gibt es die Möglichkeit zu Austausch und Diskussion bei einem Gertränk.
Kommt mit uns nach München auf die Straße! Am 18.04. wird eine breite Front von Rechten, christlich-fundamentalistischen und anderen Antifeminist*innen in München ihren sogenannten “Marsch fürs Leben” veranstalten.
Wir stellen uns klar gegen den dort propagierten Eingriff in die körperliche Selbstbestimmtheit von Frauen und Queers. Deswegen schließen wir uns dem Gegenprotest von Pro Choice an.
Kommt mit uns nach München und lasst uns ein klares Zeichen setzen gegen diesen antifeministischen Aufmarsch.
Für mehr Infos, wer dort auf die Straße geht, gibt es am Mittwoch davor (15.04. / 19:00) im Annares einen Vortrag, an dem ihr natürlich auch herzlich Willkommen seid!
Für den Tag in München: nehmt Freund*innen mit und bildet Kleingruppen.
Für den 18.4. ist erneut ein „Marsch fürs Leben“ in München geplant. Einmal im Jahr ziehen radikale AbtreibungsgegnerInnen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum durch die Stadt um ihre antifeministische Agenda in die Öffentlichkeit zu tragen. Der Marsch ist eines der größten Events dieser Szene und ein wichtiger Ort rechter Vernetzung.
In dem Vortrag werden die Netzwerke der Anti-Choice-Bewegung beleuchtet und ihre rechten und reaktionären ideologischen Grundlagen unter die Lupe genommen.
Außerdem wird es natürlich um die feministischen Gegenproteste gehen von Pro Choice München.
Letzten Sonntag folgten 800 Menschen dem Aufruf des FLINTA* Kollektiv Ulm zu einer Demonstration am weltweiten feministischen Kampftag. Das war die größte feministische Demonstration in Ulm und Neu-Ulm seit Jahren!
Das Motto der Demo lautete “Feminismus heißt Antifaschismus”, gewählt explizit auch mit Blick auf die am gleichen Tag stattfindende Landtagswahl in Baden-Württemberg.
In den Redebeiträgen ging es daher auch um den gesellschaftlichen Rechtsruck, AfD und die CDU – lokal wie in Baden-Württemberg.
Wir haben uns an der Demonstration sowohl mit einer Laufgruppe als auch einem Free Maja-Bannerdrop am Rande der Demo beteiligt.
Hier drunter findet ihr die Redebeiträge zum nachlesen, Fotos von der Demo und eine genaue Schätzung zur Demo Größe.
Heute waren unter dem Motto “Getroffen hat es einen, gemeint sind wir alle” insgesamt um die 100 Antifaschist*innen in Ulm auf der Straße. Wir zogen mit einer lauten und kraftvollen Demo vor den Infostand der AfD Ulm, eben jener Infostand von dem der feige rechte Angriff am 28.02. ausging.
Zu Beginn der Demo versuchte sich der Ulmer AfD- Gemeinderat und langjähriger Aktivist der Identitären Bewegung Nicolas Brickenstein mit Begleiterin sich unserer Demo anzuschließen. Dies bewerten wir als billigen Provokationsversuch, Brickenstein hat ähnliches in der Vergangenheit immer wieder versucht.
Insgesamt zwei Stunden lang haben wir gegen diesen protestiert und immer wieder über die anwesenden AfD Mitglieder aufgeklärt. Auch Dieter H., der letzte Woche zugeschlagen hat, war am AfD Infostand zu sehen.
Immer wieder stießen Passant*innen spontan zu uns oder zeigten sich zustimmend zum Protest – währenddessen war beim AfD Infostand in dieser ganzen Zeit tote Hose.
Gemeinsam haben wir gezeigt, wir lassen niemanden mit rechten Einschüchterungen und Angriffen alleine. Getroffen hat es einen, gemeint sind wir alle!
Video Empfehlungen zu AfD Ulm Mitgliedern
Es wurde die Bitte an uns herangetragen, heute erwähnte Videos von AfD Ulm Mitgliedern zu teilen. Dem kommen wir gerne nach! Enjoy:
Nicolas Brickenstein Auftritte im 2016 Tour Videoblog vom Rapper Shindy: