Ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf uns alle

Vor drei Tagen schlug der AfDler Dieter “Diddi” H. einemr Antifaschistin in der Ulmer Innenstadt unvermittelt ins Gesicht. Deswegen gehen wir nächsten Samstag auf die Straße, während der AfD Infostand von 09:00 bis 14:00 läuft.

Wir rufen dazu auf den Aufruf weit zu streuen, lasst uns gemeinsam ein klares Zeichen der Solidarität für den Angegriffenen setzen

Was ist passiert?

Einige Antifaschist*innen wollten am Samstagmorgen des 28.02. die menschenverachtende Hetze eines Infostands der AfD Ulm nicht unwidersprochen stehen lassen. Es stellten sich ein dutzend Personen mit Bannern vor den AfD- Infostand und machten mit Parolen unmissverständlich klar, was sie von der AfD halten.

AfD heißt Gewalt gegen Andersdenkende

Die Reaktion der AfD Ulm? Gewalt. Plötzlich und ohne Anlass schlug Dieter H. einer Person mit der Faust in einem verstärkten Handschuh ins Gesicht. Er sagte dabei nichts und filmte den Angriff mit seinem Handy. Die Handschuhe zog er sich gezielt an, als sich die Antifa*s lautstark dem Stand näherten. Er kam von sich aus der Gruppe Antifa*s näher. Diese standen ein paar Meter von dem AfD Stand entfernt.

Die Polizei war 1-2 Minuten nach Start der Aktion und damit auch während des Angriffs vor Ort. Sie nahmen Dieter H. zur Seite, konzentrierten sich aber auf die störenden Antifaschist*innen.

Dieter H. brach der angegriffenen Person bei dem Angriff glücklicherweise nichts. Mit seinen verstärkten Handschuhen nahm er mindestens dies billigend in Kauf.

“Diddi drängte sich mit seiner Handykamera an meine Genoss*innen ran woraufhin ich ihn mit dem Megafon anschrie und meine Hand vor sein Handy hielt.

Daraufhin schlug er mir unvermittelt und ohne was zu sagen mit seinem verstärkten Handschuh ins Gesicht. Ich spürte ein Knirschen beim Aufprall.

Danach ging ich sofort weg und merkte nur noch wie mir schlecht wurde vor Aufregung und Wut.”

Wer hat zugeschlagen?

Zugeschlagen hat Dieter H., Spitzname “Diddi”. H. ist um die 62 Jahre alt und Betreiber des Checkpoint Charlie Tattoo Studios in Neu-Ulm. Ihm gehört auch das Underground in der Bahnhofstraße Neu-Ulm. Er ist seit mehreren Jahren bei der AfD aktiv und stellte bereits mehrfach seine Räumlichkeiten für AfD- Veranstaltungen zur Verfügung.

Seit mindestens zwei Jahren tritt Diddi immer wieder als eine Art Sicherheitsdienst bei AfD Infoständen auf. Besondere Aufmerksamkeit bekam Diddi durch eine Veranstaltung mit Martin Sellner: Diese fand im Underground in Neu- Ulm am 18.10.24 statt und wurde von Nicolas Brickenstein organisiert.

Diddy und Sellner im Underground am 18.10.2024

Die anwesenden AfD Mitglieder am Infostand interessierten sich nicht für die gewaltvolle Attacke. 

Daniel Rottmann und Andreas Härtel, Vorstände der AfD Ulm/Alb-Donau, waren beide auch vor Ort. Rottmann ist Gemeinderat in Ulm und Landtagskandidat. Beide ignorierten, dass der von ihnen engagierte Bewacher körperliche Gewalt einsetzt – obwohl sie mehrfach aus der Menge darauf hingewiesen wurden. Im Nachgang posierte Dieter H. am Infostand noch für ein Foto, inklusive der Handschuhe.

Selbstdarstellung von Didddi und anderen AfDlern im Nachgang des Angriffes am 28.02.2026

Weder vor Ort noch im Nachgang war der Vorfall ein Thema. Mit diesem Verhalten billigen sie die Gewalt mindestens. 

Auch hier gilt: Wer schweigt, stimmt zu.

AfD heißt Gewalt gegen Andersdenkende

Weder die Aktionsform, Infostände zu stören, noch gewalttätige Reaktionen und Einschüchterungsversuche durch die AfD sind neu. In Ulm gab es vor einem Jahr einen Vorfall, bei dem der Faschist Nicolas Brickenstein eine Klare Kante gegen Rechts Demo provozierte und dann versuchte, aus der Reaktion einen angeblichen Angriff auf sich zu inszenieren.

Bereits 2018 gab es ein Gerichtsverfahren gegen das AfD-Mitglied Walter S., der am 29.07.2017 in der Ulmer Innenstadt bei einer Aktion gegen einen AfD Infostand eine Person zweimal getreten hatte. Nachdem zuschlagen am Infostand wurde am Sonntag dem 01.03. einer völlig unbeteiligten Person in Ulm ein AfD Bayern Antifa Ausstieg Flyer von 2017 vor die Haustür gelegt – auch das ist ein offensichtlicher Einschüchterungsversuch: “wir wissen wo du wohnst”. Hier gibt es ebenfalls einen klaren Verdacht, wer es gewesen sein könnte, da die Adresse höchstwahrscheinlich durch eine eingestellte Anzeige im letzten Jahr an die AfD kam.

Fyler der zwischen dem 28.02.2026 und am 01.03.2026 bei einer unbeteiligten Person vor der Haustür gelegt wurde

Hier zeigt sich auch, warum bei Gewalt durch die AfD die Antwort oft nicht einfach ist “Stell halt eine Anzeige”. Das deutsche Justizsystem schützt eure Adressen nicht, wenn ihr andere anzeigt.

Das alles ist kein lokales Phänomen, es reiht sich in eine ganze Reihe an Vorfällen der letzten Jahre ein. Die AfD greift immer wieder entweder selbst an oder inszeniert sich nach Provokation als das Opfer – hier eine unvollständige Sammlung nur aus dem süddeutschen Raum: Ulm 2017, Heidelberg 2017, Heilbronn 2018, Freiburg 2019, Mannheim 2019, Freiburg 2021, Friedrichshafen 2022, Göppingen 2023, Pliezhausen 2023, Öhringen 2024, Itzling 2025, Rosenheim 2026

Vor kurzem erst behauptete die AfD in Rosenheim, dass ihr Bürgermeisterschaftskandidat zusammengetreten wurde. Ein nun veröffentlichtes Video zeigt ein ganz anderes Bild – ein hilfloses Gerangel von der AfD ausgehend um ein Banner, der angeblich Zusammengetretene fällt dabei langsam zu Boden.7

Gemeint sind wir alle, Solidarität miteinander ist unser Antwort

Alle, die in den letzten Jahren Berührungspunkte zu antifaschistischer Organisierung und Praxis in Ulm hatten, wissen: von Antifaschist*innen geht keine unnötige Eskalation aus. Antifaschist*innen sind auch keine wildgewordene bezahlte Schlägerbande, wie es die rechte Propaganda in Endlosschleife in die Welt töst.

Die jetzt von Diddi ausgeführte Gewalt hätte jede*n treffen können, der*die sich gegen die Hetze der AfD stellt. Diddi hat bereits 2024 Menschen durch die gesamte Ulmer Innenstadt verfolgt, die linke Sticker im Umfeld des AfD-Infostandes verteilt haben. Es trifft wenige von uns, gemeint sind wir aber Alle. Die Einschüchterung soll nicht nur organisierten Antifaschist*innen gelten, sondern allen, die mit ihnen sympathisieren, allen, die gegen den Rechtsruck eintreten und allen, die sich für eine befreite Gesellschaft einsetzen.

Wir wissen, dass direkte Protestformen im grün-liberal bis christlich-konservativ geprägten Bürgertum Ulms nicht auf tosenden Applaus stoßen. Dennoch wollen wir an dieser Stelle alle in dieser Stadt, die sich gegen die AfD positionieren, dazu aufrufen:

  • Solidarisiert euch mit der angegriffenen Person und verbreitet diesen Aufruf
  • Verurteilt die AfD Ulm und Dieter H. für diesen feigen Angriff
  • Schließt euch uns am Samstag morgen auf der Straße an

Für uns ist klar: Ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf uns Alle.

Wir werden uns nicht einschüchtern lassen – jetzt erst Recht auf die Straße gegen hinterlistig zuschlagende Faschos, gegen die AfD und gegen den Rechtsruck!

Demo am  Samstag 07.03.26
10:30 am Bahnhofsvorplatz